Abgebende Mütter und Väter

Adoption oder Pflege– ein denkbarer Weg?


Es gibt Momente im Leben, in denen man alleine nicht mehr weiter weiß. Sorgen und Probleme scheinen unlösbar. Gedanken drehen sich im Kreis. Lösungen scheinen nicht in Sicht.

In solcher Situation ist es hilfreich, mit einem Außenstehenden zu sprechen, sich informieren und beraten zu lassen, verschiedene Alternativen zu durchdenken.

Aus unserer Beratungsarbeit wissen wir, dass nicht selten Lebensverhältnisse insgesamt so schwierig sind, dass Eltern/Mütter keine Möglichkeit sehen, mit ihrem Kind zusammenzuleben, es zu erziehen und ihm eine Perspektive zu bieten.

Vielleicht, weil Sie

  • sich nicht in der Lage sehen, ihr Kind selbst zu versorgen und zu erziehen,
  • besorgt sind, ein weiteres Kind könnte Sie und ihre Familie überfordern,
  • wissen und befürchten, dass Sie in Ihrer Familie, Verwandtschaft und im Freundeskreis kein oder wenig Verständnis, keine Hilfe oder Unterstützung finden werden,
  • fest überzeugt sind oder annehmen, dass Sie es auch mit Unterstützung durch Freunde und soziale Stellen nicht schaffen werden, Ihr Kind selbst zu versorgen und zu erziehen,
  • sich zu jung/alt fühlen, um Ihr Kind selbst zu erziehen und Sie ihm wechselnde Bezugspersonen ersparen möchten,
  • bereits Kinder haben und sich als Alleinerziehende durch ein weiteres Kind überfordert fühlen,
  • keine oder nur unzureichende Unterstützung vom Vater Ihres Kindes erwarten können.


Sie machen sich Gedanken über Ihre Zukunft und die Zukunft Ihres Kindes. Sie möchten, dass es Ihrem Kind gut geht und erwägen Ihr Kind in einer anderen Familie – Adoptiv- oder Pflegefamilie – aufwachsen zu lassen.

Adoption ist eine Möglichkeit. Ebenso Pflege. Doch es gibt eine Reihe von Hilfen für Mütter und Familien. Wir informieren und beraten Sie dazu umfassend und helfen Ihnen, eine Entscheidung zu treffen, die für Sie und Ihr Kind passt. Unsere Beraterinnen sind offen für Ihre Überlegungen und Vorstellungen. Wir beantworten alle Ihre Fragen, die Sie z.B. zur Adoption haben, zeigen Ihnen aber auch Hilfen auf, mit denen Sie Ihre derzeitige Lebenssituation bewältigen können.

Die Gespräche mit den Beraterinnen sind vertraulich. Auf Ihren Wunsch können Sie jemanden Vertrauten, eine Freundin, einen Freund oder jemanden aus Ihrer Familie zum Gespräch mitbringen.

Sie können auch schon während der Schwangerschaft zu uns kommen, um sich zu informieren oder beraten zu lassen, wenn Sie an eine mögliche Adoption denken.
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Auch wenn Sie für ein größeres Kind eine Adoption in Erwägung ziehen, können Sie sich an unsere Vermittlungsstelle wenden. Ein Gespräch ist unverbindlich. Sie können sich auch die Adoption überlegen, wenn Ihr Kind nicht mehr bei Ihnen, sondern seit längerem in einer Pflegefamilie oder einem Heim lebt und Sie z.B. merken, dass Ihre gegenwärtigen Lebensumstände es erschweren, zum Kind eine Beziehung aufrechtzuerhalten.

Die Einwilligung zur Adoption legen Sie vor einem Notar ab. Sie können in Ruhe überlegen, ob Sie sich richtig entschieden haben. Daher nutzen Sie die Entscheidungsfrist aus und unterschreiben Sie nicht zu früh oder unter Druck. Nach der Einwilligung ist Ihre Entscheidung nicht mehr rückgängig zu machen.

Die Adoptiveltern

Das Wohl und die Interessen des Kindes stehen bei der Auswahl der Adoptiveltern an oberster Stelle.

Unsere erfahrenen Fachberaterinnen führen mehrere intensive und persönliche Gespräche mit den künftigen Adoptiveltern mit dem Ziel, die Einstellung der Adoptiveltern zum Kind, zur Adoption und zur Mutter/zu den Eltern, deren Kind sie aufnehmen möchte, kennenzulernen. Es bewerben sich hauptsächlich Ehepaare um ein Kind, die trotz ihres Kinderwunsches kein eigenes Kind bekommen können. Sie freuen sich sehr auf ein Kind.

Sie können sicher sein, dass Ihr Kind in eine Familie kommt, in der es liebevoll und geborgen aufwachsen wird.

Wir haben die Erfahrungen gemacht, dass Adoptiveltern zu ihrem Adoptivkind ebenso elterliche Gefühle und Liebe sowie herzliche, intensive Beziehungen entwickeln wie Eltern zu ihren leiblichen Kindern.

Die Adoption erfolgt inkognito, das bedeutet, dass Ihnen Name und Adresse der
Adoptiveltern nicht genannt werden. Wenn Sie bestimmte Vorstellungen oder Wünsche haben über die Adoptiveltern, z. B. das Alter, die Konfession, die Wesensart, der Beruf oder die Wohngegend haben, werden wir diese in unseren Auswahlprozess miteinbeziehen. Sie entscheiden insofern auch mit, in welche Familie Ihr Kind kommen soll.

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass es sinnvoll sein kann, die Adoptiveltern über Ihre persönlichen Verhältnisse und Umstände zu informieren. Sie können dann später dem Kind die Hintergründe, die zu seiner Adoption geführt haben, besser vermitteln. Sie können auch über unsere Vermittlungsstelle in Briefkontakt mit den Adoptiveltern bleiben und auch Bilder von Ihrem Kind bekommen.

Das Kind hat nach der Adoption die rechtliche Stellung eines ehelichen Kindes der Adoptiveltern. Das Kind erhält den Familiennamen der Adoptiveltern. Es ist ausschließlich mit der neuen Familie verwandt und dieser gegenüber erb- und unterhaltsberechtigt. Die verwandtschaftlichen Beziehungen zur leiblichen Familie erlöschen.